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Jagd

Treibjagd im Schnee bei Sindlhausen

Jagdrevier Sindlhausen (Hohenthann I)

Das Revier um Sindlhausen ist ein Niederwildrevier im typischen Voralpenland mit ca. 520 ha und teilt sich auf in ein Drittel Waldanteil und zwei Drittel Wiesen und Felder. Das Jagdrevier beginnt südlich mitten im Wald zwischen Sindlhausen und Tuntenhausen, geht östlich der Sindlhauserfilze zum Antersberger Segelfliegerplatz und folgt dann der Gemeindestraße zum Kühlloch. Westlich ist die Grenze die Staatsstraße Richtung Mailing und dort ostwärts durch den Wald zurück.

Bis ca. 1950 war noch Birkwild (Birkhahn/-huhn) in der Filze vorhanden. Bis ca. 1958 waren noch Ketten von Rebhühnern im Revier und bis ca. 1975 gab es noch Fasane. Heute ist die Hauptwildart Rehwild, es gibt noch einzelne Wildhasen und Stockenten. Seit ein paar Jahren gibt es auch vermehrt Wildschweine.

Jagdgesellschaft bei Sindlhausen

Die Jäger-Chronik

Seit vier Generationen ist bekannt, dass Sindlhauser Jäger als Pächter oder Mitpächter das Revier betreuen. Den Erzählungen nach, betreuten folgende Jäger das Revier:

  • 1931 bekam Otto Gambos (Huberbauer) von seiner Firmpatin zur Hochzeit eine Büchsflinte, also ein Jagdgewehr geschenkt und ging mit dem Marklbauer, Katzlbauer zur Jagd. Vor dem Krieg musste nur eine Jagdkarte beantragt werden; war man unbescholten wurde diese erteilt.
  • Nach dem Krieg gingen der Huberbauer, der Hauser von Öd, der Schmied von Biberg und der Zehermoar von Biberg auf die Jagd.
  • Seit 1958 geht der Huberklas zur Jagd.
  • 1967 starb der Huberbauer und sein Sohn der Huberklas übernahm die Pacht.
  • 1975 starb der Zehermoar von Biberg und der Huberklas übernahm die gesamte Pacht. Mitjäger damals waren der Hintermoar Peter, der Fritz Schönberger, der Hauser von Öd und der Franz Apel.
  • Ca. 1995 stiegen Klaus und Kilian, Huberklas’ Söhne ein, und wurden Mitpächter.
  • Seit ca. 2017 ist auch Klaus’ Sohn Marian Mitjäger im Sindlhauser Jagdrevier.

Jagd-Anekdoten

Natürlich gibt es bei einer so langen Jagdtradition einige Anekdoten zu erzählen:

Mit dem Ami auf der Jagd

Nach dem Krieg durften bis 1948 nur die Besatzungsmächte Waffen besitzen. Eines Tages kam ein Ami mit dem Jeep zum Huber nach Sindlhausen und wollte jagen und hatte zwei Gewehre dabei. Der Huberbauer führte in zur Marklholzwiese wo er nach kurzer Zeit ein Reh schoss. Das zweite Gewehr hat er dem Schmid von Biberg überlassen. Dieser sollte auch ein Reh schießen, und so erhoffte sich der Ami das sein Jagdbeute doppelt so groß ausfallen würde. Der Schmid von Biberg ging zur Marklunterwiese, schoss auch ein Reh, versteckte es aber und sagte zum Ami: „Er habe mit dem fremden Gewehr gefehlt.“ Als der Ami mit seinem geschossenen Reh wegfuhr, holten die Jäger das Reh aus dem Versteck und hatten Fleisch zu essen.

Beim Hosenkauf Bock geschossen

1975 saß der Jäger Huberklas auf einem Hochsitz an der Marklholzwies, als ein Auto von Beyharting kommend langsam die damals noch nicht geteerte Straße entlang fuhr, das Beifahrerfenster runterkurbelte, anhielt, und ein Gewehr auf ein in der Wiese aufstehendes Reh anlegte. Auf den Kleinkaliberschuss klagte das angeschossene Reh und flüchtete in den Wald. Der Jäger schoss sofort auf den Vorderreifen des Autos, das mit Vollgas losfuhr und schoss auch nochmals auf den Hinterreifen. Er merkte sich das Münchner Kennzeichen und fuhr mit seinem Zündapp-Moped nach Hause und benachrichtigte die Polizei. Beim Eintreffen in München erwartete den Wilderer, der ursprünglich aus Beyharting stammte, schon die Polizei. Der zweite Täter und das Gewehr konnten allerdings nicht ermittelt werden. Der Wilderer wurde zu 900 Mark Geldstrafe verurteilt, obwohl ihm seine Frau ein Alibi gab – er wäre mit ihr beim Hosenkauf gewesen. In der Zeitung stand dann die Überschrift „Beim Hosenkauf, Bock geschossen.“

Zamgschriebn von Klaus und Stephan und gwusst hods da Huberklas